Bimodal IT: Hype oder Realität?

Letztes Jahr habe ich sehr verwundert auf die Aussage eines großen deutschen Automobilherstellers reagiert: „Eine große Herausforderung in unsere IT sind die unterschiedlichen Entwicklungszyklen. Für ein neues Auto brauchen wir ca. 3-4 Jahre, eine neue Softwareversion kann aber in ein paar Monaten entwickelt werden“

Als ich das gehört habe war ich wirklich verwundert. Alle meine elektronischen Geräte zu Hause bekommen regelmäßig neue Software spendiert. Das geht vom Router über den BluRay Player bis zum Fernseher. Beim Handy ist es schon normal, dass man täglich irgendwelche App Updates bekommt. Und die Automobilhersteller kriegen das nicht geregelt? Die Autos hängen doch sowieso schon im Internet, warum ist das also so ein großes Problem auch SW Updates über das Internet zu verteilen?

Kurz darauf habe ich dann davon gelesen, dass VW ein sogenanntes Data Lab in München in´s Leben gerufen hat. http://www.cio.de/v/so-arbeitet-das-volkswagen-data-lab-in-muenchen,883696 und http://www.cio.de/v/vw-cio-hofmann-stellt-das-volkswagen-data-lab-in-muenchen-vor,883706

 

Dann wurde mir langsam klar warum nicht nur die Automobilindustrie ein Problem mit der Agilität der IT hat. Die Softwareentwicklung war (oder ist) dem Entwicklungszyklus des Autos angepasst. In der heutigen Zeit sind 3-4 Jahre Wartezeit für einen Software Update oder Patch natürlich völlig inakzeptabel. Deshalb geht VW und auch viele andere Unternehmen immer mehr in Richtung einer Bimodal IT. Gartner definiert das wie folgt: „Bimodal IT is the practice of managing two separate, coherent modes of IT delivery, one focused on stability and the other on agility. Mode 1 is traditional and sequential, emphasizing safety and accuracy. Mode 2 is exploratory and nonlinear, emphasizing agility and speed.” http://www.gartner.com/it-glossary/bimodal

Die Mode 1 IT ist also der Schlüssel zu kürzeren Entwicklungszyklen und schnelleres „go-to-market“ mit neuen Produkten und Funktionalitäten. Dass das ganze keine esoterische Theorie ist, sondern schon in vielen Unternehmen umgesetzt wird, zeigt eine Umfrage von der letzten Gartner DataCenter Konferenz:

Bimodal_Adoption.PNG

Auf der gleichen Veranstaltung wurden auch die Storage Prioritäten für die beiden Modi gegenübergestellt:

Storage_Priorities.PNG

(RAS=Reliability, Availability and Serviceability)

Wenn ich mir die Liste so anschaue, fällt mir das unterschiedliche Sourcing in´s Auge. In der Mode 2 IT sind es die „Emerging Vendors und ein „Short-Term Asset Management“. Auf den ersten Blick kann ich verstehen, dass neue Hersteller attraktiv für diesen Bereich erscheinen. Wenn man sich allerdings die Liste mal genauer anschaut gibt es aus meiner Sicht kein einziges Feature, dass man nicht mit NetApp Technologien abdecken kann. Warum sollte man sich also ein neues Storage Silo ins Datacenter holen, wenn man alle „Mode-2“ Anforderungen mit dem Storage Vendor seines Vertrauens erfüllen kann?

 

From the Product, Solutions & Alliances Marketing EMEA team