Das war’s dann wohl HP EVA!

Die Gerüchte hörte man in den letzten Jahren immer wieder: Die HP EVA ist tot. Vom Hersteller wurden solche Nachrichten immer dementiert. Nein, die HP EVA ist ein strategisches Produkt und wird auch künftig weiterentwickelt werden. Was sollte nicht noch alles an Funktionalitäten hinzukommen, viele Dinge wurden genannt, umgesetzt wurde aber bisher wenig.

Im Oktober letzten Jahres gab es dann die Nachricht, dass die Produktion und Entwicklung nach Indien verlegt werden soll:

http://www.storagenewsletter.com/news/business/hp-plans-move-production-eva-india

Für jeden IT-Insider ist das ein eindeutiges Indiz dafür, dass das Produkt nun eher auf dem absteigenden Ast ist. Es scheint wohl amtlich zu sein, dass die HP EVA durch ein Low-End 3PAR Array ersetzt werden soll:

http://www.theregister.co.uk/2012/09/10/hp_3par_eva/

Auf den HP Storage Days soll der Nachfolger vorgestellt werden. P7000 soll das Produkt heißen und eine Migrationssoftware enthalten, um die Daten von der HP EVA auf das neue Array zu migrieren. Aber was wird das neue System leisten? Wenn man auf die aktuellen HP 3PAR Produkte schaut, sollen sie sich durch Performance, Tiering, Thin Provisioning und Multi-Tenancy auszeichnen. Zugegeben, sie bieten etwas mehr Funktionalität als die HP EVA beherrschte, aber erfüllt das die Anforderungen an ein Storage-System der Zukunft? Diese Funktionalitäten sind heute eher Commodity und seit Jahren in gängigen Storage-Produkten enthalten.

Die Anforderungen im Datacenter, in der Cloud, in Shared Infrastructures und in Service-orientierten Infrastructures gehen viel weiter. Das Storage System von heute und morgen muss performant, flexibel und skalierbar sein. Es muss höchste Effizienz durch entsprechende Funktionalitäten wie Deduplizierung, Komprimierung, effektive Clones, Provisioning und einen effektiven RAID-Mechanismus aufweisen. Darüber hinaus sollte es über einen hohen Automatisierungsgrad durch ein zentralisiertes Management verfügen, um nur einige Punkte zu nennen.

Kann HP 3PAR das heute leisten und wird die Entwicklung auf Grund der in Hardware gegossenen Funktionalitäten in diese Richtung gehen? Sicherlich gibt es für die HP 3PAR spezielle Anwendungsfälle. Doch ich glaube, dass es in der breiten Masse zur Ablösung der weltweit mehr als 100.000 HP EVA Systeme bessere Alternativen gibt, die auf die Kundenanforderungen der Zukunft ausgerichtet sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass es sich um einen kompletten Technologiewechsel handelt. Die HP EVA hat nichts mit der HP 3PAR Technologie gemein. Das bedeutet, dass die vorhandenen Daten nicht „in-place“ übernommen werden können, sondern auf das neue System migriert werden müssen. Hier stellt sich für den Kunden natürlich die Frage, ob ein Herstellerwechsel für seine Anforderungen nicht die bessere Alternative ist.

Sicherlich wird es treue HP Kunden geben, die sich für eine HP 3PAR entscheiden werden, aber das Gros der Kunden wird die HP 3PAR auf den Prüfstand stellen und abwägen, ob das System ihren Anforderungen gerecht wird. Ich bin gespannt, was da kommt. Ein Block-basiertes, preiswertes Storage-System ist zu wenig!