Mythos „Exchange und JBOD“

Im Rahmen meines heutigen Blogs möchte ich mich dem Mythos „Exchange und JBOD“ widmen.Fakten.jpg

Von allen Seiten hört man immer wieder so Parolen: „…Exchange auf JBOD ist ja viel billiger als SAN…“

Aha… aber ist das wirklich so?

 

Dazu möchte ich auf unseren neusten Exchange 2013 ESRP Benchmark verweisen. In diesem ESRP Benchmark wurde unsere e-Series E5600 mit 50.000 Exchange User vermessen.

Im Detail wurde folgendes getestet:

 

  • 1x DAG
  • 5x active mailbox servers (tested)
  • 1,666 mailboxes per database
  • 1024MB mailbox size
  • 0.084 IOPs per mailbox (0.07 IOPs plus 20% headroom added)
  • 10,000 mailboxes per server (6 databases per server)
  • 30 active databases total for 50,000 active mailboxes

 

Wie bereits erwähnt, wurde als Storage Systeme eine E5600 mit zwei 800GB SSD als Lesecache und lediglich 60mal 3TB SATA Disks verwendet.

Und nein, das ist kein Schreibfehler, da steht wirklich „nur 60 Disken“.

Im Klartext bedeutet das, wir brauchen für diese 60 Disken auch nur „4“ Höheneinheiten im Rack (!)

 

Für eine Lösung mit zwei Datenbankkopien, verteilt auf zwei Rechenzentren, brauchen wir, wie in nachfolgender Abbildung dargestellt, in Summe 10mal Server (5 im RZ1 und 5 im RZ 2), zwei e-Series E5600, 4mal 800GB SSDs sowie 120mal 3TB SATA Disken.

 

bild1.png

 

Parallel dazu, habe ich einen Vergleich zu einer identischen Microsoft JBOD Lösung anhand des Microsoft Calculators durchgeführt. Also ebenfalls 50.000 User mit je 1GB Mailbox, 

100 Messages pro Tag sowie 10 Servern mit 3TB SATA Disken und als Site Resilience (Aktiv/Passive). 

 

Bild2.png

 

Als Ergebnis erhalte ich, wie man auf den folgenden Abbildungen erkennen kann:

 

1) Number of Mailboxes per Datenbase = 313

 

2) Number of Databases per Server / oder per DAG = 64 / 640

bild4.png 

 

3) Recommended Number of Database+Log Volumes / Server = 32 (also bei 10 Servern in Summer 320 Volumes)

bild5.png 

 

Unterm Strich benötigt das o.g. JBOD Design 320mal 3TB SATA Disken (!)

 

Zusammengefasst:

 

Eine identische Lösung für 50.000 Exchange Mailboxen benötigt im JBOD Design rund 320 Disken vs. 120 Disken (zzgl. der 4 SSD´s) auf der NetApp e-Series.

D.h. das JBOD Design benötigt 200 Disken mehr oder unser NetApp e-Series System 200 Disken weniger. Kommt auf die Sichtweise an.

 

Oder auch anders ausgedrückt, das Verhältnis "Anzahl der Mailboxen pro gekaufter Disk" ist im JBOD Design "156 Mailboxen pro Disk" vs.

"416 Mailboxen pro Disk" mit NetApp e-Series. 

 

Hmm… ist das nun wirklich billiger? Bedenkt man, dass 200 zusätzliche JBOD Disken natürlich auch Platz, Strom und Klima brauchen.

Also ich glaub das nicht - und Sie?